Was die Quelle belegt

Google hat mitgeteilt, dass es seine Bibliothek für Zero-Knowledge-Beweise (Zero-Knowledge Proof, ZKP) namens Longfellow an die Post-Quantum Cryptography Alliance übergibt, eine Organisation unter dem Dach der Linux Foundation Europe 1. Nach Angaben des Unternehmens wurde der Quellcode der Bibliothek bereits ein Jahr zuvor offengelegt 1. Die Ankündigung erschien im Google-Blog und ist auf den 2. September 2026 datiert 1. Dies ist eine Analyse einer bereits veröffentlichten Ankündigung, keine Meldung über ein heutiges Ereignis.

Wie der Mechanismus funktioniert

Laut Ankündigung ermöglicht ZKP in Kombination mit digitalen Ausweisen, eine bestimmte Aussage über sich selbst zu belegen, ohne weitere persönliche Daten weiterzugeben 1. Das Beispiel aus der Ankündigung: einer Website nachzuweisen, dass man über 18 Jahre alt ist 1.

Vereinfacht sieht das Schema so aus: Die Nutzerin oder der Nutzer verfügt über einen digitalen Ausweis. Daraus wird ein Nachweis für genau eine Aussage erzeugt, und die Website prüft diesen Nachweis. Nach Googles Beschreibung erfährt die Website, dass die Bedingung erfüllt ist, erhält aber keine weiteren persönlichen Informationen 1. Das erklärt das allgemeine Prinzip, nicht den inneren Aufbau von Longfellow: Im vorliegenden Auszug werden technische Details der Bibliothek nicht beschrieben.

Unternehmensaussagen und Interpretation

Google begründet die Übergabe mit dem Ziel einer herstellerneutralen, offenen Verwaltung. Nach Darstellung des Unternehmens soll die weltweite Gemeinschaft der Bibliothek so vertrauen, sie prüfen und als quantensicheren Standard für Anwendungen digitaler Identität übernehmen können 1. Das Unternehmen kündigt an, die Bibliothek weiterhin offen und gemeinsam mit Fachleuten weltweit zu entwickeln und zu unterstützen 1. Als Ziel nennt es zudem eine interoperable Infrastruktur, die auf allen Geräten, Browsern und Wallets funktioniert 1.

Diese Formulierungen sind Ziele und Aussagen des Herausgebers, keine überprüften Ergebnisse. Unsere Interpretation: Die Übergabe an eine unabhängige Organisation kann die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter verringern und externe Audits erleichtern. Sie garantiert jedoch für sich genommen weder Sicherheit noch eine breite Verbreitung.

Grenzen und offene Fragen

Dies ist eine redaktionelle Einschätzung, die ausschließlich auf dem vorliegenden Auszug der Ankündigung beruht.

  • Der vorliegende Auszug nennt keine Ergebnisse unabhängiger Audits, keine konkreten kryptografischen Verfahren und keine Begründung für die Einstufung als „quantensicher“.
  • Der Auszug nennt keine Dienste, Wallets oder Staaten, die die Bibliothek bereits einsetzen.
  • Datenschutz hängt nicht nur von ZKP ab. Wichtig ist auch, wie der Ausweis ausgestellt wird und welche Daten eine Website zusätzlich abfragt. Diese Fragen werden im vorliegenden Auszug nicht behandelt.
  • BlockSpam behauptet nicht, Longfellow einzusetzen; diese Analyse dient ausschließlich der Information.

Was Sie tun können

  1. Wenn eine Website eine Altersbestätigung verlangt, prüfen Sie, welche Daten sie tatsächlich abfragt und ob sie wirklich das vollständige Dokument benötigt.
  2. Entwicklerinnen und Entwickler sollten den offenen Code und eventuelle Veröffentlichungen der Stiftung prüfen, bevor sie die Bibliothek in Produktivsystemen einsetzen.
  3. Betrachten Sie Begriffe wie „quantensicher“ und „privat“ als Behauptungen, die einer unabhängigen Überprüfung bedürfen.

Zero-Knowledge-Beweise sind ein vielversprechender Weg, die Menge weitergegebener Daten zu verringern, aber kein absoluter Schutz.

  1. [1] Our latest Linux Foundation Europe donation will build a more private digital world.Google · The Keyword